Umzug zum Neuro-Leadership

Liebe Leser,

ein gutes Jahr existiert nun unser Blog zur Burnout-Prävention, den wir zur Begleitung des Metabolic Lifestyle Projekts in den Allgäuer Alpen gegründet haben. Insgesamt 5.000 Zugriffe konnten wir in diesem Zeitraum verzeichnen. Besondere Treiber dafür waren die Berichte in Zeitungen wie der Welt  und dem Standard.

Mittlerweile hat sich unser Themenportfolio im Zentrum für Leistungsmanagement erweitert und verfeinert. Wir haben unter dem MottoNeuro-Leadershipeinen umfassenderen Rahmen für unseren Coachingansatz formuliert. Themen wie Stress, Burnout und Burnout-Prävention werden in diesem Modell Teilthemen sein.

Wir haben uns entschieden, auch mit dem Blog diesen Schritt zu gehen. Daher finden Sie uns zukünftig unter http://www.neuroleadershipblog.wordpress.com. Optisch bleibt alles beim Alten. Sie werden sich also schnell zurechtfinden. Als erstes werden wir dort in einer Artikelserie den Entwicklungsschritt dokumentieren und die Basis unseres Denkens und Wirkens erläutern.

Schauen Sie doch auch mal unter der neuen Adresse vorbei. Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Ihr

Sebastian Spörer

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Wie Sie Stressresistenz und Leistungsfähigkeit erhöhen

Stress im Berufsleben – ein hochaktuelles Thema. Es vergeht kaum eine Woche ohne eine frische Studie dazu. Am umfassendsten beschreibt der Stressreport Deutschland 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Situation. Astronomische Zahlen beziffern den Schaden für Unternehmen und für die Volkswirtschaft. Was die Zahlen aber nicht zeigen, sind die Konsequenzen für den Einzelnen, der in einem Umfeld aus unerfüllbaren Ansprüchen gefangen ist. Und dabei sind gerade Führungskräfte besonders gefährdet.

Die Erkenntnis, dass Überlast und multiple Anforderungen uns bis zum Burnout führen können, ist nicht neu. Was aber verwundert: Die Lösung, die Abwehrstrategie, ist noch viel älter. Wir finden sie bei unseren Vorfahren, die als Jäger und Sammler überlebten. Und wir haben deren Gene und Stoffwechsel geerbt. Noch nicht einmal im 21. Jahrhundert werden wir als Büromenschen geboren.

Stellschrauben für den Stressabbau

Im Sinne eines ganzheitlichen Leistungsmanagement stehen uns drei Stellschrauben zur Verfügung, wenn wir die beruflichen und privaten Herausforderungen gelassener meistern wollen: Unsere Haltung bzw. Einstellung, Bewegung, Ernährung. Während die Arbeit an ersteren beiden als Stress-Entlastungsstrategien bekannt sind, stehen wir bei der Ernährung erst am Anfang der Diskussion. Dabei belegen medizinischen Studien den Mehrwert einer passenden Ernährung.

Stress lässt sich messen

Und dazu reicht ein Blick ins Blut. Blutwerte sind ein Spiegel nicht nur unserer körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern auch unseres psychischen Zustands. Stresspatienten zeigen beispielsweise einen hohen Blutzuckerspiegel, hohe Werte an Triglyceriden (Fett) und LDL-Cholesterin. Auch die Herzfrequenz-Variabilität sagt viel über unseren Gesundheitszustand aus. Durch unsere Ernährung beeinflussen wir diese Werte. Die Ernährung bietet uns also einen Hebel, um Stress und damit auch Burnout vorzubeugen. Dabei zeigt sich, dass Ernährungsprinzipien und Lebensrhythmus aus der Steinzeit uns optimal auf den Umgang mit Stress vorbereiten.

Verblüffende Ergebnisse des Pilotprojekts Metabolic Lifestyle

Im letzten Jahr haben wir im Rahmen eines 1-wöchigen Projekts diese Thesen bestätigt. Unseren Weg durch die Allgäuer Alpen konnten Sie ja hier im Blog mitverfolgen. Mit acht Personen sind wir insgesamt 120 Kilometer gewandert und haben uns weitgehend kohlehydratfrei ernährt. Die Ergebnisse sprechen für sich: Der Wert für das HDL-Cholesterin ist bei allen Teilnehmern gesunken; im Schnitt um 16 Prozent. Gleichzeitig sank der Blutfettwert um 40 Prozent. Der Blutzuckerspiegel pegelte sich um 16 Prozent niedriger ein. Alles in allem ein deutliches Signal für einen stark verbesserten Stoffwechsel. Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Diabetesrisiko sind dramatisch gesunken, Fitness- und Wohlfühlfaktor in gleichem Maße gestiegen.

In den ersten zwei, drei Tagen haben die Teilnehmer die Stoffwechselumstellung zu spüren bekommen. Danach aber erfuhren sie die Vorteile wahrlich am eigenen Leib. Innerhalb einer Woche stiegen Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Stressresistenz der Teilnehmer deutlich.
Neben der Steigerung der körperlichen Fitness konnte ein Teilnehmer als Nebeneffekt seine langjährigen Hautprobleme in den Griff bekommen, ein anderer Teilnehmer berichtet, wie überrascht er über den Erfolg war: „Die Möglichkeiten und Ergebnisse der Beeinflussung unserer Bio-Chemie haben mich sehr beeindruckt, die massive Verbesserung hat meine Erwartungen weit übertroffen.“

Auch in diesem Jahr werden wir das Führungskräfte Camp Metabolic_Lifestyle in den Allgäuer Alpen wieder anbieten. Wenn Sie das Projekt oder auch unser Konzept für Leistungsmanagement näher kennenlernen wollen, können Sie gerne auf mich zukommen. Mehr Informationen bietet auch unsere Webseite.

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Altern und die Epigenetik

Wie funktioniert altern? Was macht uns alt? Einen spannenden Beitrag dazu liefert die Epigenetik. 2012 entdeckten Forscher, dass ein besonderer epigenetischer Marker, die Methylierung der DNA bei zunehmenden Alter immer mehr abnimmt.

Das bedeutet es werden immer mehr Gene „eingeschaltet“. Im Vergleich zu Babys beträgt die Abnahme fast 5% bei einem 103-jährigen. Auf die Methylierung hat Ernährung und Bewegung einen entscheidenden Einfluss. Vielleicht können wir das biologische Alter bald an den Methylgruppen festmachen, einen Einfluss auf „Alterskrankheiten“ könnte  sich hier zeigen.

Hier könnte ein Schlüssel liegen, warum Sportler jünger aussehen.

Dies ist nur ein Untersuchungsergebnis, das zeigt wie spannend die Interaktion zwischen Vererbung und Umwelt wird, die Epigenetik ist das Forschungsfeld, das mit am stärksten wächst.

aus: Holger Heyn et al.: Distinct DNA methylomes of newborns and centenarians. PNAS 109, 26.06.2012, S. 10522-10527

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Butter im Obstsalat

Menschen in Hotels sind spannend. Immer wenn ich Butter über meinen Obstsalat schmiere, schauen Sie verwundert und beißen in ein Vollkornbrötchen mit Diätmargarine und Marmelade oder Wurst: Wer spinnt hier eigentlich?

Ich nehme Butter auch nur, wenn kein Naturquark da ist, sonst den Quark.

 Warum Butter?

1) Butter ist wesentlich besser als Margarine, da die Fettsäuren in der Margarine deutlich schlechter vom Körper aufgenommen werden können. Das Gesundheitsimage verdankt die Margarine der Werbeindustrie, die uns hier Märchen auftischt. Das wusste schon Oma und setzte auf Butter

2) Butter ist besser als Fruchtjogurt oder Bircher Müsli. Da ist soviel Zucker drin, dass Sie auch gleich Zucker in Kaffee kippen können (machen manche tatsächlich).

3) Butter ist auch auf jeden Fall besser zum Obst zu essen als Müsli (zu Getreide ein anderes Mal mehr).

4) Butter ist besser als Milch, da es wahrscheinlich in geringeren Mengen zum Obst genommen wird. Milch ist ein Wachstumsförder, deshalb bekommen Kinder und Kälbchen Milch: Wenn Nicht-Säuglinge Milch bekommen, wachsen sie auch, aber in die Breite.

Warum nicht zuviel Butter?

In Butter sind nicht die besten Fettsäuren – die sind in Hochseefisch (auch dazu später einmal mehr). Aber Fisch im Obstsalat?

Wer viel Butter isst, muss sich auch bewegen. Grund sind die Fettsäuren, die sich bei fehlender Bewegung in schädliche (schlechtes- Cholesterin-fördernde) Fettesäuren umwandeln. Bei guter Bewegung werden sie aber in entzündungshemmende Fettsäuren umgesetzt.

Fazit:

Für mich gilt: Butter zum Obst (wahlwiese auch in den Kaffee) ist eine gute, wenn auch nicht die beste Idee. Aber bevor Fruchtjogurt, Zucker oder Milch rein kommt, ist Butter in jedem Fall die bessere Wahl, mit Bewegung sogar ein fast ideales Frühstück.

Ideal sind Hotels, die Leinöl haben, ein Löffel davon in den Obstsalat ist perfekt.

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Mein Fazit des Summit

Das Besondere an diesem Summit war, dass sich fünf verschiedene Gruppen ausgetauscht haben, die normalerweise an verschiedenen Strängen ziehen

1) Kardiologen, Endokrinologen; Präventionsmediziner, Gehirnforscher, Immunologen

3) Werksärzte

4) Personalleiter

4) Arzte der psychologischen Fachrichtungen (Psycho-Somatik) und  Psychologen

5) Anbieter für Leistungsmanagement in der Personalentwicklung

Wir haben es geschafft auf Augenhöhe viele Gesichtspunkte zu diskutieren und einige Thesen auszutauschen. In der Vernetzung liegt der Wert dieses Anfangs. Einig waren sich alle, dass die Gehirnforschung und die Präventionsmedizin im letzen Jahrzehnt so große Fortschritte gemacht haben, dass für Unternehmen viel Leistungspotential entsteht. Die neuen Erkenntnisse können eben nicht nur zur Gesunderhaltung, sondern auch zur Leistungssteigerung und zur Personalentwicklung im Bereich Selbstmanagement verwendet werden.
Genau hierin liegt der besondere Reiz dieser Verbindung.

Wir freuen uns auf den nächsten Termin in Dresden Ende April.

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Die Hopferauer Erklärung in die Welt tragen

Nach zwei Tagen mit informativen und anregenden Vorträgen und viel Austausch endete am Nachmittag der Kongress „Leistung und Leistungsverlust in der Berufswelt“, den die Gesellschaft für Prävention e.V. und das Erste Deutsche Zentrum für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention gemeinsam im Schloss zu Hopferau durchgeführt hat. Ergebnis waren fruchtbare Diskussionen, deren Erkenntnisse in die „Hopferauer Erklärung“, ein Manifest, in dem Standards zur Burnout-Prävention und Leistungsmanagement in Unternehmen definiert sind, einflossen. Prof. Dr. Alfred Wolf, der die Veranstaltung moderierte, fasste im anschließenden Pressegespräch zusammen:

Dr. Sebastian Spörer, Prof. Dr. Alfred Wolf und Bernd Rath während des Pressegesprächs

Dr. Sebastian Spörer, Prof. Dr. Alfred Wolf und Bernd Rath während des Pressegesprächs

„In den 1 ½ Tagen hatten wir in einer wundervollen Umgebung hatten wir wissenschaftliche Gespräche mit einer sehr heterogenen Gruppe aus Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen und Vertretern aus der Wirtschaft. Die Hopferauer Erklärung werden wir nun in die Welt hinaustragen.“ Er bedankte sich bei dem Hausherrn des Schlosses, Bernd Rath sowie dem Ersten deutschen Zentrum für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention, Dr. Sebastian Spörer, für die hervorragende Arbeitsatmosphäre und die Idee zu diesem Summit.Kernaussagen darin sind unter anderem, dass qualifiziertes Personal der Engpass in der Zukunft sein wird und die Unternehmenskultur ein wichtiger Faktor für die Arbeitserfolge eines jeden Einzelnen ist. Dabei spielen genügend Freiräume für die individuelle Entfaltung und die Wertschätzung für die Arbeit eine große Rolle. Diese Kultur der Achtsamkeit muss von oben nach unten gelebt werden.

Die Teilnehmer während der Abschlussdiskussion

Die Teilnehmer während der Abschlussdiskussion

Die Teilnehmer zeigten sich von dem Summit „Leistung und Leistungsverfall in der Arbeitswelt“ begeistert. Prof. Dr. Pasquale Calabrese fasste das Ergebnis als „zarte Pflanze“ auf, „die wir mit konstruktiven Beiträgen nähren müssen und deren Botschaft wir in die Welt tragen müssen“. Die Eckpunkte der Hopferauer Erklärung wurden während der gemeinsamen Abschlussdiskussion festgelegt, doch wird eine Endgültige Version erst nach einer gemeinsamen Revision freigegeben.

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Neue Perspektiven vermindern den Stresslevel

Prof. Dr. Jan Teunen im Gespräch

Prof. Dr. Jan Teunen im Gespräch

Auch am zweiten Tag des Summits „Leistung und Leistungsverlust in der Berufswelt“ war die Stimmung unter den Teilnehmern gut. Bei der wunderschönen und erholsamen Umgebung des Schlosses sollte das allerdings auch kein Wunder sein.

Dr. Cristina Barth Frazetta und Prof. Dr. Alfred Wolf

Dr. Cristina Barth Frazetta und Prof. Dr. Alfred Wolf

Dabei waren Coaching und andere Maßnahmen zur Reduktion der Stressachse Themen der Präsentationen. So erfuhren die Teilnehmer unter anderem, dass eine Begleitung in Form von Coaching bereits dazu führen kann, Ziele besser im Blick zu behalten und dadurch dem Burnout zu entgehen. Schließlich lerne man hier neue Perspektiven kennen, aus denen man Herausforderungen anders betrachten könne und anders an sie herangehe. Aber auch Sport und Ernährung, so erklärte Florian Wolf, sind wichtige Faktoren, die Auswirkungen auf unsere Stressachse haben. Dabei sei allerdings wichtig, wann man beispielsweise Sport betreibt – schließlich muss der Körper auch Gelegenheit haben, sich zu erholen. Das, so stellten alle Referenten fest, macht er in der nächtlichen Schlafphase. Wenn man sich allerdings abends noch durch zu hohe sportliche Belastung, Fernsehen oder Tätigkeiten mit einem hohen Beziehungs-Involvement beschäftigt und sich somit einem hohen Stressfaktor aussetzt, hat der Körper keine Möglichkeit, „runter zu kommen“ und sich entsprechend in der Nacht zu erholen.

Prof. Dr. Alfred Wolf erklärt, wie sich Stress messen lässt

Prof. Dr. Alfred Wolf erklärt, wie sich Stress messen lässt

Dies lasse sich, so Prof. Dr. Alfred Wolf, durch einfachste Methoden wissenschaftlich nachweisen.

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